Die Pulsdiagnose der chinesischen Medizin

Pulsfühlen in der TCM-Praxis als klassische Diagnosemethode

Für mich ist die Pulsdiagnose mein Herzstück in der Diagnostik und inwischen auch eine Herzensangelegenheit. Nicht nur weil der Puls vom Herzen kommt, sondern weil der Puls so aussagekräftig ist und versteckte Zeichen und Veränderungen im Körper anzeigen kann.

 

 

Das Ertasten des Pulses

 

Wir fühlen den Puls an den Pulstaststellen vor dem Handgelenk mit je drei Taststellen auf jeder Seite, an denen der Puls auf verschiedenen Ebenen zu fühlen ist. Im Chinesischen heißen diese Taststellen Cun, Guan und Chi (vom Handgelenk ausgehend) und bilden den oberen, den mittleren und den unteren Körper ab.

Auf der linken Seite ist das Herz an der Cun-Position zu fühlen, die Leber und Gallenblase an der Guan-Position und der Yin-Aspekt der Niere an der Chi-Position. An der rechten Seite an der Cun-Postition die Lunge, der Guan-Position der Magen und die Milz und an der Chi-Position der Yang-Aspekt der Niere.

 

 

Die Pulsfrequenz

 

In der Schulmedizin misst man mit dem Puls die Herzschläge pro Minute, also die Frequenz, in der die Pulswelle kommt.

Auch in der chinesischen Medizin ist es wichtig, ob der Puls langsam oder schnell ist (weniger oder mehr Schläge in einer Minute), allerdings setzen wir die Schnelligkeit des Pulses in Relation zum Atemrhythmus. Hier sind fünf Schläge pro Atemzug normal.

 

Die Pulsfrequenz ist allerdings nur ein kleiner Aspekt: Die Art der Pulswelle, ihre Beschaffenheit, gibt uns eine Aussage über das Qi und das Blut und das Yin und das Yang im Körper.

 

 

Die Wahrnehmung des Pulses

 

Kaum vorstellbar, aber der Puls kann sich wirklich an einer Taststelle rau anfühlen und an der nächsten fein.

Insgesamt gibt es über 28 klassische Pulsqualitäten, an denen sich beispielsweise ein Mangel oder eine Fülle, sowie bestimmte pathologische Veränderungen im Körper ablesen, abfühlen lassen. Rau, weich, fein, schlüprig, gespannt oder saitenförmig wie eine Gitarrensaite, sind einige davon.

Für unsere Patienten hat die Pulsdiagnose oft etwas Mysteriöses, wir nehmen uns dafür, besonders beim ersten Termin, viel Zeit und der Patient fragt sich, was wir denn da alles so fühlen ... - die intimsten Geheimnisse der Patienten werden wir auch nicht aufdecken können!

 

 

Das Qi

 

Was uns aber interessiert, ist, wie das Qi im Körper verteilt ist:

  • Wo ist zuviel
  • wo zuwenig
  • wo stagniert es
  • wo haben sich zuviel pathologische Flüssigkeiten angesammelt.

Hierüber kann uns der Puls sehr klare Aussagen machen lassen und die lassen sich übersetzen in beispielsweise eine Neigung zu Kopfschmerzen, Schwindel, Schlafstörungen, unruhige Träume oder Schmerzen in bestimmten Regionen.

Das kann die Patienten schon durchaus in Erstaunen versetzen, wenn wir nach Symptomen fragen, die er bisher noch nicht erwähnt hatte.


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