Eine Fazialisparese – also die Lähmung des Gesichtsnervs (Nervus facialis) – tritt meist plötzlich auf. Typisch ist, dass eine Gesichtshälfte wie „lahmgelegt“ wirkt: Die Stirn kann nicht mehr gerunzelt werden, der Mundwinkel hängt, das Auge lässt sich nicht richtig schließen. Auch wenn eine Fazialisparese in der Regel keine Schmerzen verursacht, ist der Leidensdruck für Betroffene oft enorm – denn die Einschränkung ist im Gesicht sichtbar und beeinträchtigt die Mimik, das Sprechen und oft auch das Selbstwertgefühl.
Viele PatientInnen ziehen sich sozial zurück oder vermeiden es, zu lachen oder zu sprechen – aus Angst, „komisch“ auszusehen. Selbst alltägliche Dinge wie Essen, Trinken oder das Schminken können plötzlich zur Herausforderung werden. Umso wichtiger ist eine ganzheitliche und zeitnahe Behandlung, die nicht nur die körperliche Heilung unterstützt, sondern auch das emotionale Gleichgewicht stärkt.
Schulmedizinischer Hintergrund
Die häufigste Ursache ist die sogenannte idiopathische Fazialisparese, auch Bell’s Palsy genannt – hier bleibt die genaue Ursache unklar, häufig wird ein Zusammenhang mit viralen Infekten vermutet. Andere mögliche Auslöser sind Entzündungen, Borreliose, Diabetes, ein Schlaganfall oder Druck auf den Nerv, z. B. durch Tumoren. Schulmedizinisch wird häufig mit Kortison behandelt, in manchen Fällen kommen antivirale Medikamente oder Physiotherapie zum Einsatz
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird die Fazialisparese oft als ein Eindringen von „Wind“ verstanden. Wind gilt als besonders beweglicher und wechselhafter Krankheitsfaktor: Er kommt plötzlich, verändert rasch sein Erscheinungsbild und blockiert den Fluss von Qi und Blut. Besonders betroffen sind dabei die sogenannten Yang-Ming-Leitbahnen – die Meridiane von Magen und Dickdarm, die direkt durch das Gesicht verlaufen. So erklärt die TCM, warum eine Fazialisparese typischerweise abrupt auftritt und die Gesichtsmuskeln einseitig schwach oder unbeweglich werden.
Ursachen für diese Blockade können äußere Faktoren wie Kälte, Zugluft oder ein geschwächtes Immunsystem sein. Auch innere Schwächen – etwa ein Mangel an Qi, Blut oder Yin – können dazu führen,
dass Wind leichter in den Körper eindringt und die Leitbahnen stört.
Das Ziel der Behandlung ist es daher, den Wind auszuleiten, die Blockade im Qi- und Blutfluss zu lösen und die Leitbahnen wieder durchlässig zu machen. Mit Akupunktur, chinesischer Kräutertherapie und ergänzenden Methoden wie Moxibustion wird die Durchblutung angeregt, die Muskulatur gestärkt und die Regeneration der Nerven unterstützt.
Gerade in den ersten Wochen nach dem Auftreten einer Fazialisparese ist der Körper besonders empfänglich für Heilimpulse – sowohl aus schulmedizinischer Sicht als auch nach TCM-Verständnis. Eine
frühe Behandlung kann entscheidend sein, um die Selbstheilungskräfte zu aktivieren und die Genesung zu beschleunigen.
Die Erfahrung zeigt: Mit Geduld, konsequenter Therapie und der richtigen Unterstützung können sich die Gesichtsmuskeln Schritt für Schritt erholen – und auch das Vertrauen in den eigenen Körper
kehrt zurück.
🔸 Klassische Körperakupunktur
Die Akupunktur ist ein zentrales Element der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Bei Fazialisparesen setzen wir gezielt feine Nadeln entlang bestimmter Meridiane im Gesicht und am Körper,
vor allem im Verlauf des Magen- und Dickdarmmeridians, die direkt mit dem betroffenen Gebiet verbunden sind. So wird der Energiefluss (Qi) angeregt, Blockaden werden gelöst und die
Selbstheilungskräfte aktiviert.
🔸 Elektro-Akupunktur
Hierbei werden spezielle Akupunkturnadeln durch sanfte elektrische Impulse stimuliert. Diese Reize verstärken die Wirkung der klassischen Akupunktur und fördern die Durchblutung, die Regeneration
des Nervs sowie die Aktivität der gelähmten Gesichtsmuskulatur. Besonders bei akuten und subakuten Fazialisparesen hat sich diese Methode als sehr wirkungsvoll erwiesen.
🔸 Schädelakupunktur nach Yamamoto (YNSA)
Diese moderne Akupunkturform nutzt spezifische Punkte am Schädel, die über das Nervensystem auf verschiedene Körperregionen wirken – insbesondere auf das Gehirn und die Steuerung der Motorik.
YNSA ist besonders geeignet bei neurologischen Symptomen wie Gesichtslähmungen und kann oft auch bei chronischen Verläufen noch Verbesserungen bringen.
🔸 Chinesische Kräutertherapie
Ergänzend zur Akupunktur unterstützen individuell zusammengestellte Kräuterrezepturen die Heilung von innen. Je nach Diagnose werden sie eingesetzt, um äußere pathogene Faktoren wie „Wind“ und
„Feuchtigkeit“ auszuleiten, das Immunsystem zu stärken, den Energiefluss zu harmonisieren und die Regeneration der Nerven zu fördern. Die Rezepturen werden laufend angepasst und individuell
abgestimmt.
Die Kombination macht den Unterschied:
Je nach Ursache, Dauer und Ausprägung der Lähmung lässt sich mit dieser integrativen Herangehensweise oft eine deutliche Besserung erzielen – selbst in Fällen, in denen schulmedizinisch keine
weiteren Optionen mehr gesehen werden. Besonders bei frühzeitiger Behandlung können die Erfolge sehr erfreulich sein.
Zögern Sie nicht, sich frühzeitig bei uns in der Praxis in Hamburg - Altona zu melden.
Gerne beraten wir Sie persönlich und besprechen, wie wir Sie mit chinesischer Medizin auf Ihrem Weg zur Heilung unterstützen können.
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